Zeitarbeit und der Wahlkampf

In der Politik in Deutschland nimmt die Zeitarbeit und die Arbeit der Personaldienstleister seit jeher eine wichtige Rolle ein. Während die jetzige Bundesregierung wie auch die Bundesagentur für Arbeit längst aus den Studien und Untersuchungen der letzten 20 Jahre gelernt haben, halten einige Parteien immer noch an einem eher politisch gefärbten Bild von der Zeitarbeit fest. Die Zeitarbeit ist nicht nur die Branche auf dem Arbeitsmarkt, die der Wirtschaft erlaubt, auch in volatilen Zeiten auf Kurs zu bleiben, sie ist auch das entscheidende Sprungbrett für Menschen in den ersten Arbeitsmarkt. Das gilt sowohl für Menschen, die zuvor lange Zeit ohne Beschäftigung geblieben waren wie auch für Migranten, die neu in unser Land kommen.

Aber manche möchten eher festhalten an einer Einstellung, die die Arbeitnehmer aus der Zeitarbeit in die Rolle der dauerhaft Benachteiligten schiebt, die sich praktisch einer Art Ausbeutung ergeben müssen. In Zeiten des Wahlkampfs hat der Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen iGZ sich einmal mehr die Programme und insbesondere Wahlprogramme der wichtigsten Parteien angesehen und auf die dort vertretenen Haltungen untersucht. Es darf nicht verwundern, dass sich auch im Jahr 2021 keine großen Änderungen ergeben haben. An dieser Stelle möchten wir nicht auf einzelne Parteien eingehen. Wer sich darüber informieren möchte, findet unter dem Titel “Der iGZ-Parteiprogramm-Check” auf der Website des iGZ Näheres. Soviel sei hier gesagt.

Wie stehen die Parteien zur Zeitarbeit?

Zwei Parteien fordern die finanzielle Gleichstellung der Arbeitnehmer aus der Zeitarbeit ab dem ersten Tag. Die Einen möchten dazu mehr “echte Mitbestimmung”, die anderen wollen sogar eine Flexibilitätsprämie. Wir sind in unseren Newsbeiträgen oft auf diese Themen eingegangen. Ein “Equal Pay” nach neun Monaten entspricht den Bedingungen einer Einarbeitungszeit. Ebenso sichert es das wirtschaftliche Überleben der Personaldienstleister. Sie leisten die gesamte Arbeit der Vermittlung und zahlen zusätzlich für ihre festangestellten Arbeitnehmer das Grundentgelt in Zeiten ohne Einsatz. Die Forderung nach gleichem Geld und Zusatzprämie vom ersten Tag an ist aus Ländern wie Frankreich abgeschaut. Dort stehen die Arbeitnehmer aus der Zeitarbeit allerdings nach dem Einsatz auf der Straße. Die Forderung nach “echter” Mitbestimmung dagegen mutet seltsam an, nachdem die Zeitarbeitnehmer seit Jahren sogar in die betriebliche Mitbestimmung und die entsprechenden Wahlen einbezogen sind.

Findet die Zeitarbeit die berechtigte Anerkennung?

Zwei andere Parteien unterscheiden sich höchstens im Grad ihrer Zustimmung zur Zeitarbeit. Die eine sieht nicht nur die Wichtigkeit der Rolle der Zeitarbeit für die Integration bisher nicht beschäftigter Personen und betont die nahezu vollständige Einbindung der Personaldienstleister in die Tarifvereinbarungen. Gleichzeitig erkennt sie auch, dass immer mehr Menschen aus freien Stücken den Weg in die Zeitarbeit einschlagen. Nur eine Partei der befragten vier ist allerdings für die Liberalisierung der Zeitarbeit wie sie die Personaldienstleister selbst und auch viele Beschäftigte in der Zeitarbeit fordern. Die Sondervorschrift der Höchstüberlassungsdauer sollte aufgehoben werden, da sie nicht zur Schaffung fester Arbeitsplätze, sondern eher zur finanziellen Benachteiligung von Arbeitnehmern aus der Zeitarbeit führt.

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