Stressmanagement in der Zeitarbeit (Teil 1)

In unseren Newsbeiträgen beschäftigen wir uns in diesen Monaten mit all jenen Fähigkeiten und Fertigkeiten aus dem großen Feld des Selbstmanagements. Natürlich ist die Zeitarbeit nicht das einzige Feld, in dem man ein gutes Selbstmanagement benötigt, um „gut über die Runden zu kommen“.

Jeder Mensch in der modernen Welt lebt zufriedener, wenn er mit sich ebenso gut zurechtkommt wie mit seiner Umwelt. Jede Lebensphase und jede Lebenssituation hält ihre eigenen Herausforderungen bereit, mit denen wir uns zu beschäftigen haben. Aber das gilt eben auch für die Zeitarbeit. Bei Interesse wenden Sie sich einfach einmal den letzten Beiträgen zu. Dort haben wir uns schon ausführlich mit dem Lernen und mit der Selbstpräsentation beschäftigt. Heute soll es um den unvermeidlichen Stress gehen, dem wir alle ausgesetzt sind, den wir aber auch alle in gewisser Weise benötigen.

Am ersten Tag im Job gestresst?

Als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter in einem Zeitarbeitsunternehmen wie der hkw sollten Sie wirklich keinem unnötigen Stress ausgesetzt sein. Doch gerade für den Anfänger kann es schon einen gewissen Stress bedeuten, wenn Sie die ersten Tage in einem neuen Job beschäftigt sind.

  • Schaffe ich die gestellten Anforderungen?
  • Wie komme ich mit den Kollegen zurecht?
  • Wird man mich in meiner Rolle akzeptieren?
  • Wird man mich gut in die Tätigkeit einarbeiten?

Damit sind wir vorgreifend schon beim ersten Stressor angelangt. Als Stressoren werden solche Faktoren bezeichnet, die Stress auslösen können und Unsicherheit in Bezug auf etwas Neues gehört sicherlich dazu. Jedoch haben wir als langjährige Profis natürlich längst Methoden und Ansätze entwickelt, wie wir Ihnen über diese Unsicherheit hinweghelfen. Denn der beste Weg um mit Stress umzugehen, der aus dieser Art Unsicherheit entsteht, besteht darin, dieser Unsicherheit klare Methoden des Umgangs gegenüber zu setzen. Aber dazu später mehr.

Positiver Stress?

In der Forschung werden grundsätzlich zwei Arten Stress unterschieden. Von Eustress spricht man, wenn es sich um positiven Stress handelt. Positiv, mögen Sie sich fragen, wie soll denn Stress positiv sein? Doch, es gibt den positiven Stress. Da gibt es zum Beispiel die aufgeregte Vorfreude oder die Spannung jemanden nach langer Zeit wieder zu sehen. Denken Sie an den Wettläufer vor dem Start, der erlebt auch Stress. Jede Form von Erregung des Nervensystems, die uns die Kraft für größere Leistungen gibt, lässt sich als Eustress bezeichnen, wenn wir denn diese Leistungen auch tatsächlich abrufen können oder dürfen. Der Disstress dagegen bezeichnet die Form der Erregung des Nervensystems, die wir nicht durch körperliche Leistung ausgleichen können. Dazu gehören seelische Belastungen, Unsicherheiten, unterdrückter Ärger und andere negativen Emotionen und natürlich vor allem die klassischen Stressoren. Dazu gehören immer wieder Belastungen in der Arbeit, die in Hektik und Eile erledigt werden sollen. Dazu gehören finanzielle Sorgen oder Streit im Privatleben. Schlafentzug kann durch Stress verursacht werden aber natürlich auch zu Stress führen. Ein neugeborenes Kind in der Familie bedeutet Stress, selbst wenn der Auslöser in diesem Fall als sehr positiv und beglückend eingeschätzt wird.

Jeder hat seinen ganz eigenen Stresshaushalt

Jeder Mensch ist anders gestrickt. Jeder Mensch hat seine ganz eigenen Gewohnheiten und Prägungen wie er mit Stress umgeht. Jeder Mensch hat aber auch seine ganz Stressstabilität. Diese Stabilität gegenüber Stress ist ein messbarer Wert und soll sich im Laufe des Lebens eines Menschen kaum verändern. Es gibt Menschen, die hören sozusagen im Nachbarzimmer das Gras wachsen und werden deswegen nervös. Meistens sind solche Menschen auch recht empathisch und können sich gut in andere hineinversetzen. Andere dagegen benötigen dagegen immer wieder spannungsgeladene Situationen wie zum Beispiel Wettkämpfe, um sich überhaupt leistungsfähig zu fühlen. Jedoch kann es auch passieren, dass man sie ziemlich lautstrak auf etwas hinweisen muss, damit es einen Platz in ihrer Wahrnehmung erhält. Natürlich bewegen sich die meisten Menschen irgendwo zwischen diesen Extremen. Interessant daran ist aber, dass Sie Ihre Art Stress zu erleben, vermutlich beibehalten werden. Interessant ist aber auch, dass Sie nichts dafür können, sondern dass Ihnen Ihre persönliche Stressstabilität mitgegeben wurde. Sie haben keine Schuld daran, wenn Sie sich gestresst fühlen, Sie sind so. Wohl aber können Sie in der Zeitarbeit oder im Privatleben lernen, mit den Stressoren so umzugehen, dass der Stress Sie nicht zu sehr belastet. Genau das bedeutet Stressmanagement.

Generell gilt bei Stress

Jeder von uns leidet unter Stress und braucht ihn auch. Das hatten wir oben schon erwähnt, es ist aber wichtig genug, es zweimal zu sagen. Der Stress setzt Kräfte in uns frei, die wir häufig brauchen, um uns zu größeren Leistungen anzuspornen. Dazu kommt, dass man mit positivem Eustress in Grenzen auch die Folgen vom negativen Disstress bekämpfen kann. Wer sich das Privatleben so einrichtet, dass er hier auch mal Wettkämpfe oder Wettbewerbe durchführt, wird unter dem beruflichen Stress nicht so leiden. Vor allem auch deshalb, weil solche Wettbewerbe ja meist mit Sport verbunden sind. Tägliche Bewegung, regelmäßig etwas Sport, das sind die besten Heiler. Selbst, wenn es für Sie „nur“ zum Spazierengehen reicht, sind Sie schon auf einem guten Kurs, denn beim Spazierengehen stellt sich häufig die Ruhe auch ganz von selbst ein. Wahrscheinlich haben Sie das schon gewusst, aber man sollte es trotzdem erwähnen: Körperlicher Ausgleich, Schlaf, gute Ernährung und vor allem etwas zu Lachen –  das sind die besten Hausmittel.

Zwei Herangehensweisen zum Stressmanagement

Das persönliche Stressmanagement richtet sich nach zwei verschiedenen Vorgehensweisen aus. Die eine betrifft Ihre gesamte Lebenssituation. Wenn Sie sich generell gestresst fühlen, bedeutet das in den meisten Fällen, dass Sie etwas in Ihrer Lebensweise ändern sollten, wenn Sie Ihr Stresslevel senken wollen und Ihrer Gesundheit und Ihrer Familie einen Dienst erweisen wollen. Die zweite Herangehensweise bezieht sich auf den täglichen Umgang mit den Stressoren, die sich im Verkehr, auf der Arbeit oder im Privatleben ergeben. Um diese wollen wir uns zuerst kümmern.

Der Umgang mit den täglichen Stressoren

Sie wissen ja jetzt, dass Ihr persönliches Stresserleben zu Ihnen gehört. Das heißt, Sie können aufhören sich darüber zu ärgern und endlich anfangen, etwas dafür zu tun. Stress entsteht für jeden durch die unterschiedlichsten Faktoren. Für den einen ist es der tägliche Stau, für den anderen die Angst vor einer schlechten Bewertung, für den nächsten verschiedenste Lärmquellen. Wenn Sie wirklich Interesse daran haben, diese Stressoren zu minimieren, sollte Sie sie kennen. Also machen Sie eine Liste aller dieser Dinge, die Sie jeden Tag stressen. Wenn es viele sind, können Sie die einzelnen Punkte auch noch gewichten, dann wissen Sie, womit Sie am besten anfangen. Dieser tägliche Stress hat für jeden häufig  mit ähnlichen Ursachen zu tun, weil ja der persönliche Stresshaushalt und die persönliche Stressstabilität relativ gleich bleiben. Wenn Sie also mit einem Stressor gut klarkommen, wird das mit ein oder mehreren anderen auch passieren.

Was sind so tägliche Stressoren?

Viele Menschen fühlen sich zum Beispiel gestresst

  • Wenn sie nichts gegen ein wiederkehrendes Ärgernis ausrichten können (Verkehr, Baustellenlärm).
  • Wenn sie wiederkehrend Unsicherheiten empfinden (schlechte Bewertung, Ablehnung, Zurückweisung).
  • Wenn sie sich nicht auskennen (Neuerungen, plötzliche Änderungen).
  • Wenn zu viele Reize auf einmal auf sie eindringen (Kindergeschrei, Hektik bei Fehlern oder Engpässen, Streitigkeiten).

Wenn man sich diese Stressoren ansieht, kann man das Stresserleben hierbei in ähnlicher Weise immer auf ein ähnlich gelagertes Problem zurückführen. Es geht um Kontrolle, die wir nicht haben oder gar nicht haben können. Wenn uns etwas stört und wir können wirklich oder vermeintlich nichts daran ändern, führt das zu Stress. Dagegen hilft nur eins: Eine Methode. Diese Methode müssen Sie in Ihrem Fall natürlich selbst entwickeln, aber ein paar Hinweise und Beispiele gibt es.

Was kann man dagegen tun?

Ein berühmter Satz aus der Psychologie lautet: Wenn etwas nicht funktioniert, mache etwas anderes. Wenn ich nichts am Stressor ändern kann, muss ich mich selbst methodisch anpassen. Wenn ich den Stressor ändern kann, sollte ich das tun.

  • Wenn ich mich täglich abhetze, um pünktlich zu sein, muss ich 15 Minuten früher losgehen. Das klingt völlig banal, aber viele machen das einfach nicht. Dabei kann diese selbstgewählte Gelassenheit den ganzen Tag verändern.
  • Wenn es zu plötzlichen Änderungen kommt, auf die ich keinen Einfluss habe, kann ich meine Unsicherheit thematisieren. „Jetzt kenn ich mich nicht mehr aus, jetzt bitte alles in Ruhe nacheinander klären.“
  • Wenn Sie sich unsicher sind, wie Sie auf andere wirken oder ob Sie negativ bewertet werden, geben Sie das vor sich zu. Es stimmt, Sie sind unsicher. Das liegt daran, dass Sie es wirklich nicht wissen und gar nicht wissen können. Der Satz zu sich selbst „Ich habe unbegründete Angst davor, schlecht bewertet zu werden“ wird einiges an Ihrem Stress ändern.

Jedes methodische Vorgehen gegen die vielen kleinen täglichen Stressoren ist ein Anfang einen bewussten Umgang herzustellen. Bewusster Umgang ist noch besser als Kontrolle.

Stress in der gesamten Lebenssituation

Es gibt immer Hinweise, dass wir generell gestresst sind. Das kann die verschiedensten Ursachen haben. Die Belastungen des täglichen Lebens können tatsächlich zu viele und zu hoch sein. Besondere Umstände können sich im Leben ergeben, die Sie weder kontrollieren noch steuern können, die Sie aber völlig vereinnahmen. Die nervlichen Belastungen können durch den Stress verstärkt werden oder den Stress selbst verstärken. Wie in allen unseren Newsbeiträgen können wir hier nur generell informieren und keinen persönlichen oder gar medizinischen Rat geben. Dennoch stellen wir Ihnen hier eine Reihe von Symptomen vor, die allgemein auch auf Dauerstress hinweisen können.

  • Häufiger unaufmerksam und vergesslich
  • Müde und antriebslos
  • Sich getrieben fühlen und nicht zur Ruhe kommen
  • Grundlos aggressiv und unduldsam
  • Immer wieder unbegründet ängstlich
  • Nachts wachliegen mit Sorgen und wiederkehrenden Gedanken

Stress betrifft heute längst nicht mehr nur die „Manager-Typen“ von einst, denen man nachsagte, dass sie unter Dauerstress stünden. Stress und seinen gefährlichen Bruder, den Burn-Out kann man überall antreffen, in der Zeitarbeit genauso wie im Urlaub. Dabei hängt der Stress natürlich von vielen äußeren Faktoren, auf die wir mal mehr und mal weniger Kontrolle ausüben können. In jedem Fall aber lohnt es sich, ganz systematisch am eigenen Stressmanagement zu arbeiten, wenn man unter dem Dauerstress leidet. Diesen systematischen Umgang mit Stress, dieses erfolgreiche Stressmanagement stellen wir Ihnen in unserem nächsten Newsbeitrag vor.

Kontakt

Standort München (Zentrale)

hkw GmbH
Elisenstraße 3
80335 München

Büro-Öffnungszeiten:
Mo-Do: 08.00 – 17.00 Uhr
Fr: 08.00 – 16.00 Uhr

Telefon: 0800 – 24 23 500
Telefax: +49 89 24 23 50 60
E-Mail: info@hkw.jobs
Internet: www.hkw.jobs

Suche Mitarbeiter

Suche neuen Job