Selbstpräsentation in der Zeitarbeit (Teil 2)

Im ersten Teil dieses Beitrags über die Selbstpräsentation ging es hauptsächlich darum, wie man sich bei einem Vorstellungsgespräch präsentieren kann. So ein Vorstellungsgespräch ist zwar ein wichtiger Schlüssel für den Erfolg, findet dennoch relativ selten statt.

Häufiger dagegen findet in der Zeitarbeit die Selbstpräsentation vor neuen Kollegen statt, wenn man gerade einen Job begonnen hat. Hier gilt es in wenigen Sätzen einen Eindruck von sich zu erzeugen, der alle Möglichkeiten offen lässt und im Idealfall sogar die Grundlage für eine gute und erfolgreiche Zusammenarbeit darstellt. Zwar ist es nie zu spät einen guten Eindruck zu machen, aber man hat trotzdem nur eine Chance einen guten ersten Eindruck zu machen. Und dieser erste Eindruck ist nun mal die Grundlage für alle weiteren Beurteilungen, die Menschen und in diesem Fall die Kollegen über Sie anstellen. Tatsächlich hängt der Erfolg bei der Arbeit und im Privatleben häufig viel mehr davon ab, wie Sie persönlich eingeschätzt werden als davon, wie gut Ihr Arbeitsergebnis oder die Sachinhalte Ihrer Präsentation waren.

Wie wollen Sie auf andere Menschen wirken?

Die meisten von uns durchleben in der Jugend einige Phasen, in denen sie sich unsicher fühlen. Viele üben dann ihr Auftreten vor dem Spiegel oder imitieren andere Leute, die sie für erfolgreich halten. Die Idee dahinter ist gar nicht so schlecht. Übung macht den Meister, und das gilt auch für die Selbstpräsentation. Es funktioniert halt nicht so gut, weil die Jugendlichen dabei versuchen den unsicheren Teil des eigenen Ichs zu verstecken und stattdessen ein sicheres Ich vorzuspielen. Das wird allerdings meistens bemerkt, denn diese Rolle ist von der eigenen Unsicherheit getragen. Andere spielen diese Rolle so gut, dass die Gleichaltrigen die Show nicht als solche erkennen. Dann entsteht ein Problem, das weit größer sein kann. Man ist dann nämlich gezwungen, sein ganzes Verhalten auf diese Rolle einzustellen. Man entfernt sich immer weiter von den tatsächlichen Wünschen und Ansichten, die man hat. Kurz und knapp gesagt, es bringt nichts, den anderen etwas vorzumachen.

Der Neue wird erstmal beäugt

In jeder Situation, in der Menschen aufeinandertreffen, die sich nicht kennen, entsteht Unsicherheit. Dies gilt für alle Beteiligten. Natürlich sind diejenigen im Vorteil, die sich besser auskennen, weil sie sozusagen schon länger dabei sind. Dennoch gilt, dass alle Beteiligten sich nicht sicher sind, wie sie einander einzuschätzen haben. Wenn Sie in einer solchen Situation „der Neue“ sind, ist es an Ihnen diese Unsicherheit abzubauen. Das klingt zunächst einmal merkwürdig, weil doch meist Sie sich unsicher fühlen. Aber es wird viel verständlicher, wenn Sie sich all die Situationen zurückrufen, in denen Sie zu fest einer Gruppe gehörten. Sei es der Freundeskreis oder die Familie oder der Sportverein. Dann kam jemand neues dazu, und Sie haben ihn sich angeschaut. Sie waren sich nicht sicher, weil sie die Person nicht kannten. Mehr oder weniger bewusst haben Sie sich in etwa die folgenden Fragen gestellt.

  • Was für ein Mensch ist das?
  • Ist er sympathisch und freundlich oder unangenehm?
  • Kann man dem trauen oder ist er etwa gefährlich?
  • Kann er etwas und wenn ja, was und wie gut?
  • Kann ich was mit dem anfangen?

Das sind Fragen, die sich jeder stellt. Sie sind tief im Menschen verwurzelt und reichen zurück zu Zeiten als tatsächlich das Überleben davon abhängen konnte. Sie sind sozusagen existentiell. Wenn Sie schon einmal beobachtet haben, wie eine Gruppe spielender Hunde auf einen Neuankömmling reagiert, haben Sie sogar bei den Tieren das gleiche Muster beobachten können. Der Neue wird beschnüffelt und wenn er nicht aggressiv, krank oder anderweitig übel oder gefährlich riecht, wird er zum Spielen eingeladen. Nichts anderes passiert, wenn man sich als Neuer in einer Gruppe präsentiert.

Man muss sich selbst präsentieren

Wenn man sich also die Situation der anderen klarmacht, kann schon ein gutes Stück der eigenen Unsicherheit verschwinden. Jetzt muss man „nur noch“ lernen sich gut zu präsentieren. Für einen guten ersten Eindruck hat man bekanntlich nicht allzu viel Zeit. Es geht also darum, auf kurze und knappe Weise genau die Fragen zu beantworten, die Sie im letzten Abschnitt gelesen haben. Wie wir noch weiter oben festgestellt haben, bringt es aber auch nichts, wenn man dabei eine Rolle spielt, die nur aufgesetzt ist. Man muss also tatsächlich sich selbst präsentieren, sich selbst darstellen, wie man ist. Und da diese Anfangssituation so wichtig ist, kann man das nicht von äußerlichen Faktoren wie Müdigkeit, schlechter Laune oder Unsicherheit abhängig machen. Man muss sich selbst präsentieren können, egal, wie die Umstände gerade sind. Das gilt natürlich nicht nur für die Zeitarbeit und für den ersten Tag bei einer neuen Tätigkeit. Das gilt generell, aber dennoch in der Zeitarbeit ganz besonders. Denn die Kollegen betrachten Sie ja nicht nur als den Neuen, sondern sie betrachten Sie ja als den Neuen von der Zeitarbeit. Wenn Sie sich auf Ihre eigene Präsentation vorbereiten, sollten Sie das also im Hinterkopf behalten.

Wie verhält es sich mit Vorurteilen?

Es passiert leider doch recht selten, dass man als Neuer in eine Gruppe hineinkommt, ohne dass es Vorurteile gibt. Diese Vorurteile sind zunächst einmal nichts Schlechtes. Vorurteile haben die Aufgabe die Antworten auf die Fragen zu beschleunigen, die sich Menschen bei jeder Begegnung mit dem Neuen stellen. Sie sollen die Unsicherheit beenden. Häufig funktionieren Vorurteile völlig unbewusst. Wenn das allerdings negative Vorurteile sind, kann man es als „der Neue“ dadurch natürlich schwieriger haben. Natürlich gibt es auch jede Menge positiver Vorurteile, nur fallen uns diese nicht so auf. Vorurteile entstehen zum Beispiel durch das Aussehen. Ist jemand besonders gut aussehend, zum Beispiel als Frau unter Männern, entstehen sehr leicht „positive“ Vorurteile. Man schließt automatisch auf die Eigenschaften und Fähigkeiten der Person, ohne dass man dazu bereits Informationen hat. Oder ist die Person sehr unpassend gekleidet? Das geht in beide Richtungen. Wenn man schmutzige oder beschädigte Kleidung trägt, kann man genauso gut Vorurteile hervorrufen, als wenn man im Abendanzug auf der Baustelle erscheint. Noch intensiver können Vorurteile wirken, wenn sie auf Vorabinformationen beruhen, gleich, ob sie zutreffen oder nicht. Wenn Sie in einen Bus einsteigen und kurz zuvor hat jemand gerufen „Da kommt ein Kontrolleur“, werden Sie bestimmt nicht unvoreingenommen betrachtet werden. Vorurteile nehmen uns ein, sie beschränken unser Urteilsvermögen. Das gilt auch für Sie selbst. Wenn Sie mit den neuen Job mit bestimmten Vorurteilen antreten, werden Sie auch erstmal nach Hinweisen Ausschau halten, die diese Vorurteile bestätigen sollen. Das macht die Sache meist schwieriger.

Wie entkräftet man Vorurteile?

Einerseits ist es sinnvoll, wenn man sie gar nicht entstehen lässt. Das bedeutet für das eigene Auftreten, dass man sich selbst so präsentiert wie es zur Situation passt. Dazu gehört die angemessene Kleidung und ein Verhalten, das Sie zwar nicht verbiegen soll, mit dem Sie aber auch nicht auffallen. Wenn es allerdings um Vorurteile geht, auf die Sie durch Ihr reines Auftreten keinen Einfluss haben, sollte Sie auch nicht versuchen diese Vorurteile von vornherein zu entkräften. Denken Sie daran, dass die Annahme, die neuen Kollegen hätten Vorurteile, bereits selbst ein Vorurteil ist. Der Versuch Vorurteile zu entkräften, geht deshalb meist nach hinten los. Entweder

  • Sie stoßen den Menschen erst auf den Gedanken oder
  • Man glaubt Ihnen nicht oder
  • Man nimmt Sie nicht für voll.

Das beste Beispiel dafür ist vielleicht dieser bekannte Versuch, in einem Gespräch oder Vortrag den Verdacht zu entkräften, man wolle sich loben. Der Satz „Ich will ja nicht angeben, aber…“ führt jedes Mal dazu, dass alles, was danach gesagt wird, als Angeberei aufgefasst wird. Vorurteilen begegnet man am besten, indem man sich darüber klar ist, dass es sie geben kann. Seien Sie sich darüber bewusst, dass Sie in jeder Gruppe und bei jeder Gelegenheit auf Vorurteile treffen können. Erst, wenn sich die Vorurteile deutlich im Verhalten der anderen ausdrücken, kann man etwas dagegen tun. Das ist zwar ein großes Thema für sich, aber es ist sicherlich am einfachsten, wenn man ein Vorurteil hinterfragt. Wenn Sie in einer ruhigen Minute eine offene und sachliche Frage stellen, kann das wahre Wunder bewirken. „Entschuldigen Sie, aber glauben Sie eigentlich, dass ich…?“ ist der Anfang zu einem guten Gespräch.

Wie präsentieren Sie sich am besten?

Zusammenfassend lässt sich jetzt die Angelegenheit mit Ihrer Selbstpräsentation in der Zeitarbeit bei einer neuen Tätigkeit kurz und knapp darstellen. Nehmen Sie den anderen die Unsicherheit über Ihre Person und lassen Sie keine Vorurteile aufkommen. Dabei sollen Sie authentisch sein, aber Ihre mögliche Müdigkeit oder Unsicherheit soll Ihre Selbstpräsentation nicht ruinieren. Ein neuer Kollege oder Mitarbeiter oder auch der Neue im Sportverein oder beim Tanzabend sollte sich offen, freundlich, fähig und verlässlich präsentieren, damit jeder gern mit ihm etwas zu tun hat. Dazu gehört es sich, dass er sich angemessen kleidet und sich angemessen bewegt und spricht. Was er über sich erzählt, soll kurz und knapp ausdrücken, wer er ist, woher er kommt, was er kann und wie es ihm geht. Und genau das müssen Sie üben und sollten Sie für alle Situationen parat haben. Es stimmt, die Selbstpräsentation soll nicht aufgesetzt wirken und wie eine Rolle vorkommen. Das braucht es auch gar nicht, wenn Sie die Vorstellung so einüben, wie Sie tatsächlich sein können. Jeder von uns ist in vielen Situationen offen, fähig, freundlich und verlässlich. Wie treten Sie auf, wenn Sie sich so fühlen. Genauso üben Sie Ihren Auftritt ein, bis er wirklich sitzt. Wenn Sie es häufig genug geübt haben, kommt es völlig authentisch an, weil Sie ja wirklich so sein können. Wenn Ihr Auftritt dann sitzt, können Sie sogar andere Worte benutzen und andere Inhalte dazu nehmen, ohne dass Sie „aus der Rolle fallen“. Es fällt Ihnen dann sogar leichter auch in der Situation der Selbstpräsentation wirklich freundlich und fähig zu sein.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihrer neuen Tätigkeit.

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