Selbstpräsentation in der Zeitarbeit (Teil 1)

Vor einiger Zeit hatten wir in einem unserer News-Beiträge einige dieser Fähigkeiten aufgezählt, auf die es heute in der Zeitarbeit ankommt. In der Personaldienstleistung haben wir es ja mit den unterschiedlichsten Tätigkeiten zu tun.

Doch ganz gleich, mit welchem Ausbildungsstand und in welchem Job Sie letztendlich antreten, gerade in einer Stadt wie München werden heute von jedem Mitarbeiter und von jeder Mitarbeiterin einige Grundfähigkeiten erwartet. Das gilt natürlich in jedem Beruf und bei jeder Gelegenheit, aber gerade in der Zeitarbeit gewinnt man Vorteile, wenn man sich einigermaßen fit präsentiert. Ganz abgesehen davon fühlt man sich auch selbst wohler, wenn man diese Fähigkeiten ein wenig besser beherrscht. In den letzten Wochen hatten wir Sie schon in einigen Beiträgen über die ersten zwei Themen informiert. Hier zur Erinnerung nochmal alle Punkte der Serie.

  • Wie kommuniziere ich richtig
    Wie tauschen Sie sich mit Ihren Kolleginnen und Kollegen aus, so dass Sie nicht nur einen guten Eindruck hinterlassen, sondern sich auch selbst wohlfühlen?
  • Wie kann ich schnell größere Mengen Informationen aufnehmen und behalten?
    Oder ganz einfach gesagt: Wie geht das eigentlich mit dem Lernen? Es gibt solche und solche, aber jeder kann es. Manche halten sich dabei für weniger begabt, aber das stimmt nicht.
  • Wie präsentiere ich mich selbst?
    Selbstdarsteller wirken auf uns meist als eher unangenehme Typen, aber wehe, jemand kann sich nicht richtig selbst darstellen. Der eigene Auftritt ist nicht nur wichtig für den eigenen Erfolg.
  • Wie gehe ich mit meinem eigenen Stress um?
    Manch einer hört das Gras wachsen, ein anderer braucht den Nervenkitzel, um überhaupt etwas leisten zu können. Aber wir alle müssen den Stress passend für uns managen.
  • Wie kann ich berufliche und private Herausforderungen vereinbaren?
    Das berühmte Stichwort der Work-Life-Balance sollte schon auch thematisiert werden. Was nützt mir der Erfolg, wenn ich nachts nicht mehr schlafe?
  • Erfolgreiches Selbstmanagement
    Wie bei allen diesen Themen geht es hier nicht um einen Wettbewerb, den man gewinnen muss. Auch wenn sich viele so verhalten, dreht es sich vielmehr darum, dass man sich selbst und seinem eigenen Typ entsprechend verhält und beurteilt.

Selbstpräsentation in der Zeitarbeit

Natürlich will sich jeder, der mit anderen zu tun hat, ein Bild von ihnen machen. Das gilt umso mehr, wenn man mit dem anderen zusammenarbeitet oder ihn sogar einstellen will oder muss. Jeder schaut ständig auf seine Mitmenschen, um sie einschätzen zu können. Aber jeder präsentiert sich dabei auch selbst. Ob Sie wollen oder nicht, Sie geben die ganze Zeit ein Bild von sich ab. Wie dieses Bild, dieser Selbstausdruck dann jeweils gedeutet wird, ist eine ganz andere Sache. Ein Verhalten, das auf den einen lustig, freundlich und offen wirkt, kann ein anderer Mensch als arrogant und geschwätzig einschätzen. Jeder ist anders gestrickt, hat seine eigenen Erfahrungen, Gewohnheiten und vor allem auch einen eigenen kulturellen Hintergrund. In jedem Kulturkreis gelten grobe Regeln, praktisch so eine Art mit der Zeit gewachsene Vereinbarungen, was als normales und anständiges Verhalten gilt. Keine dieser kulturellen Normen und Werte sind „besser“ oder „schlechter“ als andere, sie gelten halt zu ihrer Zeit und in ihrer Gegend. Wer sich irgendwo als „neu“ präsentiert, wird von allen anderen eingeschätzt werden wollen, ob er oder sie denn überhaupt in diese Gruppe mit ihren Regeln passt. Kann man sich auf diese Person verlassen, wird sie sich als nützlich für die Gemeinschaft erweisen? Oder sollte man besser auf der Hut sein und auf sein Geld aufpassen, wenn der Neue in der Nähe ist? Diese Fragen werden ganz instinktiv gestellt, sie gelten praktisch für jede Gemeinschaft. Es ist für jeden Neuen wichtig, dass er von den anderen schnell als nützlich eingeschätzt wird, denn nur so kann er sich gut einleben und mit der Zeit gute und enge Kontakte knüpfen.

Die Präsentation in der Geschäftswelt

Auch die Geschäfts- und Arbeitswelt ist eine Art Gemeinschaft mit eigenen Regeln und Werten. Da sich hier aber Menschen aller Regionen und Bildungsschichten treffen, beziehen sich diese Werte und Regeln natürlich zunächst einmal auf die Regeln guter Zusammenarbeit und im Besonderen auf den Zweck der jeweiligen Firma oder des Betriebs. Wer als Neuer in so eine Firma eintritt, tut also gut daran sich vorher gut über die Eigenarten und Gebräuche in dieser Firma zu informieren. Je schneller man von den Kolleginnen und Kollegen akzeptiert wird, desto leichter wird die Arbeit fallen und desto schneller kann man gute Arbeit leisten. Auch die eigene Zufriedenheit verstärkt sich mit guten Kontakten und positiven Rückmeldungen. Wir können generell zwischen zwei Situationen unterscheiden, in denen man sich als der Neue präsentiert. Entweder man bewirbt sich auf eine neue Position oder auf einen neuen Job oder man tritt eine neue Arbeit an und muss sich den Kollegen in den ersten Tagen präsentieren. Beide Situationen kommen in der Zeitarbeit häufiger vor. Der heutige Newsbeitrag dreht sich erst einmal um das berühmte Bewerbungsgespräch.

Die Rolle des Personalmitarbeiters beim Bewerbungsgespräch

So ein Personaler hat´s nicht unbedingt leicht. Im Normalfall hat sie oder er eine Menge schriftliche Bewerbungen erhalten, die er schnell sortieren muss. Da fliegen schon einmal alle Bewerbungen in den Papierkorb, die Formfehler enthalten oder für seinen Anspruch zu nachlässig aufgesetzt sind. Den Rest hat er auf die grobe Passung für den Job untersucht und wieder einige aussortiert. Die verbleibenden Bewerbungen liest er sich durch, beurteilt die Bilder, Lebensläufe und Ausbildungen. Üblicherweise bleiben zum Schluss einige Kandidaten übrig, die jetzt entweder einzeln oder als Gruppe eingeladen werden, damit sie bewertet werden können. Das ist für den Personaler kein Spaß, er fühlt sich bei seinem Job gar nicht so mächtig wie er meist von den Bewerbern her eingeschätzt wird. Denn von seinem Urteil hängt für die Firma einiges ab. Es geht für die Firma schließlich darum, dass

  • Der neue Mitarbeiter gut geeignet und ausgebildet für die Tätigkeit ist
  • Er oder sie sich gut in die Abteilung eingliedert und keine Störungen verursacht
  • Der neue Kollege motiviert und zuverlässig seine Aufgaben erledigt
  • Und damit generell einen Gewinn für die Firma und die Kollegen darstellt

Je nach ausgeschriebener Stelle oder Job kann es dabei um viel Geld gehen. Es geht ja nicht nur um das Gehalt des neuen Mitarbeiters. Vielleicht soll er teure Maschinen bedienen, große neue Aufträge an Land ziehen und verhandeln oder gefährliche Tätigkeiten auf einer Baustelle ausführen. Eine Fehleinschätzung des Personalers kann also teuer werden. Wenn er sich in seiner Einschätzung ein paar Mal irrt, steht auch sein Job auf der Kippe.

Ihre Rolle beim Bewerbungsgespräch

Im Bewerbungsgespräch soll also geprüft werden, ob Sie tatsächlich all das beherrschen, was Sie angegeben haben und ob Sie von Ihrem Auftreten und Ihrem Charakter her zu den Werten der Firma und generell zu den Kollegen und Führungskräften passen. Dabei spielt natürlich auch Freundlichkeit und Sympathie eine Rolle, aber meistens viel weniger als man glaubt. Ein erfahrener Personalmitarbeiter stellt niemanden ein, weil er ihn oder sie sympathisch findet. Im Gegenteil wird er einen Kandidaten, der sehr auf Freundlichkeit, Harmonie und Gefallen bedacht ist, häufig eher misstrauisch betrachten. Schließlich geht es bei der Zusammenarbeit und bei der Erfüllung der Aufgaben in einer Firma tatsächlich um den wirtschaftlichen Erfolg. Dazu braucht es professionelles, zielstrebiges und sachliches Verhalten. Wenn Freundlichkeit und Sympathie dazukommen, ist das schön, es ist aber nicht entscheidend.

Bloß keine Show: Die richtige Selbstpräsentation

Kein Personaler kann es leiden, wenn er den Eindruck hat, dass da jemand eine Show abzieht. Das führt sofort zu Misstrauen und Abwertung, denn wozu sollte jemand das tun, wenn er nicht über irgendwas hinwegtäuschen will? Der Personaler möchte in einer ziemlich kurzen Zeit so viel verlässlichen Fakten und Einschätzungen über den Kandidaten bekommen, wie möglich. Ein aufgesetztes und vielleicht sogar künstliches Verhalten führt zur Einschätzung, dass der Kandidat sich aufgesetzt und künstlich verhält. Egal, warum er das macht, so einen kann man vermutlich in der Firma nicht brauchen. Das bedeutet einfach, dass jeder Kandidat besser damit fährt, wenn er oder sie sich so authentisch wie möglich gibt. So authentisch wie möglich plus professionell also sachlich und zweckbezogen. Zweckbezogen hängt ganz von der Tätigkeit ab, für die Sie sich bewerben. Um es sehr übertrieben auszudrücken ist es für einen potentiellen Analytiker oder Laboranten nicht sehr zweckbezogen energetisch und forsch wie ein Vertriebler für den Außendienst aufzutreten. Wenn sich jemand dagegen als Führungskraft für ein Team von Telefonisten im Call-Center bewirbt, sollte er sich nur bestens in allen Produkten auskennen, sondern sich in gleicher Weise als erfolgsorientiert, motivierend und beherrscht erweisen.

Sich selbst zu präsentieren braucht Interesse und Einsatz

Die gebräuchlichste Art und Weise, wie im Bewerbungsgespräch festgestellt werden soll, ob Sie für die Tätigkeit geeignet sind, ist die Selbstpräsentation. Diese kann entweder vor dem Personalmitarbeiter oder auch vor der ganzen Bewerbergruppe stattfinden. Sie wird gerne mit den Worten eingeleitet: „Jetzt erzählen Sie doch mal etwas über sich.“ Anschließend haben Sie zwischen drei und fünf Minuten Zeit sich selbst zu präsentieren. Diese wenigen Minuten sind ziemlich entscheidend für Ihren Werdegang. Sie sollten diese paar Minuten richtig gut vorbereiten und üben. Es ist aber schon klar geworden, dass es nicht um eine möglichst gute Show geht, sondern dass Sie möglichst authentisch zeigen, dass Sie für den Job und seine Anforderungen geeignet sind. Wenn Sie also üben, dann deshalb, damit Sie nichts Wichtiges vergessen und sich von Ihrer Unsicherheit nicht abhalten lassen oder aber Ihr Temperament Sie nicht zu sehr mitreißt.

Recherchieren Sie

Recherchieren Sie so viel wie möglich über die Firma. Einiges geht schon aus der Stellenanzeige hervor, noch viel mehr finden Sie im Internet. Aber versuchen Sie auch mehr über die Aufgabe oder Tätigkeit herauszufinden. In Ihrer Selbstpräsentation muss deutlich werden, warum Sie selbst sich für den Job interessieren und warum gerade Sie dafür geeignet sind. Hüten Sie sich davor, einfach nur Ihren Lebenslauf auswendig zu lernen, das empfindet jeder als langweilig.

Folgende Informationen gehören in Ihre Präsentation:

Ich bin…

  • Dazu gehören alle Angaben über Ihre Person, also Name, Alter, Familienstand und Kinder.
  • Wo und wie leben Sie und wie ist Ihre berufliche und persönliche Situation gerade im Moment.
  • Dazu kommen wichtige Hobbies und Interessen, aber auch ggf. Ihre sportlichen Aktivitäten.

Ich kann…

  • Je nachdem, wie lange es her ist, können Sie etwas über Ihre Ausbildung sagen.
  • Beschreiben Sie Ihre letzten beruflichen Aktivitäten mit Aufgaben, Leistungen und wichtigen Besonderheiten.
  • In Ihrem Lebenslauf befinden sich möglicherweise Punkte, die speziell mit dem neuen Job zu tun haben könnten. Diese sollten Sie erwähnen, aber anders formuliert und eher als Argument, warum Sie besonders geeignet sind.

Ich will…

  • In diesen Abschnitt gehören Ihre Motive für diese Tätigkeit. Dazu kann z.B. gehören:
  • Weil ich mich beruflich verbessern und mehr verdienen möchte.
  • Weil ich mich sehr für diesen und jenen Aspekt interessiere und mich gut auskenne.
  • Weil ich dieses und jenes über diese Firma gehört habe und deswegen mitarbeiten will.
  • Weil mich Ihre Produkte faszinieren.

Der Stil Ihrer Präsentation

Sie erinnern sich sicher an so manche Reden. Was hat Ihnen daran gefallen und was nicht? Die Regeln für Ihre Ansprache sind genau dieselben:

  • Halten Sie Blickkontakt zu den Zuhörern, wenn es geht.
  • Kurze Sätze sind prägnanter, verständlicher und bleiben besser haften.
  • Redewendungen und Floskeln verderben einen guten Eindruck.
  • Selbsteinschränkungen wie „Ich will mich ja nicht loben, aber..“ erzeugen genau das Gegenteil ihrer Absicht. Es klingt jetzt, als wollten Sie sich loben. Das gilt generell.

Bleiben Sie bei der Wahrheit, so gut es geht

Sie können nur dann auf Dauer authentisch wirken, wenn Sie sich zum Beispiel tatsächlich für die Produkte interessieren. Notfalls beschäftigen Sie sich vorher ein wenig mit den Produkten, dann stellt sich auch Interesse ein. Üben Sie Ihre Präsentation mit jemand anderem, bis sie gut sitzt. Bitten Sie Ihren Zuhörer bei den Proben um echtes Feedback. Wirke ich glaubwürdig oder nicht? Was hat Dich gestört? War es langweilig oder habe ich zu viel geredet? Wie war das Tempo, habe ich zu schnell gesprochen? Bin ich auf den Punkt gekommen?

In unserem nächsten News-Beitrag geht es um die Präsentation an sich in der Zeitarbeit. Wo und zu welcher Gelegenheit Sie sich auch immer präsentieren möchten: Wir wünschen Ihnen bei Ihrer Selbstpräsentation viel Erfolg.

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