Neues aus der Zeitarbeit – ein Zwischenbild

Nach der Entwicklung in den letzten Wochen war damit zu rechnen, aber dennoch haben die erneuten Einschränkungen durch die Pandemie viele Unternehmen überrascht. Trotz der harten Zeiten sind allerdings die wirtschaftlichen Folgen für den Arbeitsmarkt und damit auch für die Zeitarbeit nicht ganz so drastisch, wie es zunächst befürchtet worden war. Zwar lassen sich im Moment keine verlässlichen Prognosen finden oder gar erstellen, aber der Rückblick auf die ersten drei Quartale 2020 erlaubt einige Anmerkungen.

Die Zeitarbeit nach dem ersten Lockdown im Jahr 2020

Die Zeitarbeit und die Unternehmen in der Personaldienstleistung sind ein B2B-Dienstleistungssektor. Speziell durch die Einbrüche im Transportwesen, den Event-Veranstaltern, der Gastronomie und teilweise auch der Produktion gehörte die Zeitarbeit zu den am stärksten betroffenen Dienstleistern. Dazu kommen die strukturellen Veränderungen, vor denen einige Branchen in der Industrie stehen. Fachkräftemangel, zunehmende Digitalisierung und der Klimawandel zwingen auch die Personaldienstleister in vielen Branchen zu strategischen Neuausrichtungen.

Das betrifft in erster Linie die Branche der Automobilproduzenten, die zum Erreichen der CO2-Auflagen spät aber jetzt umso stärker auf neue Herstellungsformen setzen müssen. Allerdings hat sich VW nach dem ersten Lockdown soweit erholt, dass an den Standorten Hannover und Wolfsburg bereits wieder je 300 Zeitarbeitnehmer beschäftigt werden. Das sind zwar Lichtblicke, aber insgesamt vermelden die Personaldienstleister im Jahr 2020 viele Ausfälle. Nach einer Umfrage von Ende Oktober rechnen 87% der Unternehmen mit Umsatzrückgängen, 70% sehen sogar Einbußen bis zu 20% auf sich zukommen. Immerhin erwarten 10% der befragten Personaldienstleister eine verbesserte Geschäftsentwicklung für 2020.

Ähnlich wie beim gesamten Arbeitsmarkt blickt man auch in der ganzen Branche recht optimistisch in die Zukunft. Über die Hälfte der Unternehmen in der Zeitarbeit rechnet für das kommende Jahr mit einer Erholung, knapp 40% erwarten 10% Wachstum oder mehr.

Die Relevanz der Zeitarbeit für die deutsche Wirtschaft

Die Relevanz der Zeitarbeit bleibt ungebrochen. Gerade bei krankheitsbedingten Ausfällen sind die Personaldienstleister und ihre Mitarbeiter unverzichtbar. Zulieferer, Lebensmittelhandel und viele Unternehmen in der Industrie sind nach wie vor dringend auf die Zeitarbeit angewiesen, um Auftragsspitzen bedienen zu können. Und diese Auftragsspitzen sind zunehmend zu erwarten. Das bleibt bei den Wachstumsprozessen nicht aus, mit denen alle Unternehmen fest rechnen. Natürlich sind solche Aussichten mit einiger Vorsicht zu betrachten, denn noch lässt sich über die Auswirkungen von Impfschutz und Anpassung auf die veränderte Lage nur spekulieren.

Dennoch sieht zumindest die Bundesagentur für Arbeit positive Signale. Die befürchtete Insolvenzwelle ist (natürlich auch dank Kurzarbeit) ausgeblieben, der Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Krise war moderat. Erstaunliches wird aus den neuen Bundesländern vermeldet. Hier soll laut einer Studie der BA im Jahr 2021 die Zahl der Arbeitslosen sogar geringer ausfallen als noch 2019. Insgesamt steigt das Beschäftigungsbarometer bereits, während die gesamte deutsche Wirtschaft laut Geschäftsklimaindex noch vorsichtig bleibt.

Evaluation der Änderungen im AÜG von 2017

Die eingangs erwähnte strategische Neuausrichtung in der Zeitarbeit muss sicher differenziert betrachtet werden. Das hängt auch davon ab, ob sich ein Personaldienstleister auf eine gewisse Branche spezialisiert hat oder wie die hkw personalkonzepte regional und breit verankert ausgerichtet ist. In jedem Fall aber sollten einige der Änderungen aus den neuen Regelungen des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes aus dem Jahr 2017 modifiziert werden. Inzwischen läuft auch die seinerzeit vereinbarte Prüfung bzw. Evaluation des neuen AÜG. Wie immer in solchen Fällen mahlen die Mühlen der Bürokratie langsam.

Die Initiative Qualitätssiegel Zeitarbeit ist an den Prüfungen beteiligt. Dazu werden wissenschaftlich strukturierte Interviews mit allen Beteiligten durchgeführt, also Arbeitgeberverbände, Gewerkschaften, Verbände der Arbeitgeber in der Zeitarbeit und natürlich den Beschäftigten selbst. Doch allein schon die Bekanntgabe der Ergebnisse soll sich bis 2022 hinziehen. Mögliche tatsächliche Anpassungen dürften also noch mehr Zeit in Anspruch nehmen.

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