Gute Kommunikation in der Zeitarbeit

Wie angekündigt, wollen wir uns mit unseren Blog- und News-Artikeln in der nächsten Zeit mit den Herausforderungen beschäftigen, die auf den Anfänger in der Zeitarbeit zukommen.

Als Personaldienstleister mit Jahrzehnten Erfahrung im Raum München haben wir nicht nur sehr viele Angestellte eingearbeitet und betreut, sondern natürlich ebenso viele Jobs und Tätigkeiten kennengelernt. Für einen Personaldienstleister, der seine Aufgaben und seine Verantwortung ernst nimmt, spricht dabei einiges für die Spezialisierung auf bestimmte Branchen und Unternehmensgrößen. Denn nur mit einem gerüttelt Maß an vertieften Kenntnissen einer Branche und den dafür typischen Unternehmen kann man die richtigen Personen für die unterschiedlichen Jobs auswählen. Beim gesamten Einsatz eines unserer Mitarbeiter wollen und sollen beide Parteien betreut werden, das beschäftigende Unternehmen genauso wie der jeweilige Mitarbeiter, denn auf ihn und seine Leistung kommt es an. Bei jedem Einsatz gibt es viele kommunikative Hürden und Fallstricke, die man vermeiden sollte. Gleichzeitig kann man mit einer passenden Kommunikationsform viele Punkte sammeln. Dabei erhält jeder Bewerber und jeder Mitarbeiter eine auf ihn zugeschnittene Beratung mit wichtigen Tipps und Hinweisen. In einem Artikel wie diesem muss man sich dagegen etwas allgemeiner halten. Immerhin vermitteln und entsenden wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den unterschiedlichsten Qualifikationen und Ausbildungsabschlüssen auf völlig unterschiedliche Tätigkeiten.

Wie funktioniert Kommunikation generell?

Der berühmte Psychologe und Kommunikationsforscher Paul Watzlawik gab einmal den folgenden Satz von sich, der sich praktisch in jedem Lehrbuch findet: „Man kann nicht nicht kommunizieren“. Das doppelt „nicht“ ist wirklich Absicht. Wir kommunizieren immer mit unseren Mitmenschen, ob wir etwas sagen oder auch nicht. Häufig drückt ein Schweigen viel mehr aus, als in drei oder vier Sätzen gesagt werden kann. Denn zur Kommunikation gehört nicht nur der tatsächliche Inhalt des Gesagten, sondern auch die Art und Weise, wie es gesagt oder eben nicht gesagt wird. Dazu kommen noch die Umstände und Bedingungen, in denen gesprochen wird. Eine harmlose Bemerkung kann in einem unpassenden Rahmen vollkommen fehl am Platz sein und sogar sehr negative Folgen nach sich ziehen. Jeder Mensch hat seine ganz eigene Herkunft, Kultur und seine ganz eigenen Gewohnheiten. Das heißt, dass jeder Mensch sein ganz eigenes Verständnis und seine ganz eigene Beurteilung von dem entwickelt, was ihm gesagt wird. Was für den einen ein harmloser Scherz ist, klingt für den anderen wie eine heftige Beleidigung. Wenn man dies alles in Betracht zieht, muss man sich fast wundern, dass wir Menschen überhaupt miteinander reden und uns einigermaßen verstehen. Aber das lässt sich relativ einfach erklären. Es liegt nämlich an der großen Lernfähigkeit, die wir alle ganz automatisch mitbringen. Wir machen uns immer ein Bild vom Sprecher und Gesagten, das anfänglich kaum etwas mit seiner eigentlichen Botschaft zu tun haben mag. Wir wollen den Anderen schnell einschätzen können, damit wir gleich wissen, wie wir grundsätzlich mit ihm umgehen sollten. Diese erste Einschätzung ist natürlich immer ein Vorurteil, das kann gar nicht anders sein. Aber jedes Mal, wenn wir wieder mit dieser Person kommunizieren, entwickelt sich dieses Bild, ändert und entwickelt sich und wird feiner abgestimmt. Das geschieht natürlich wechselseitig, so dass man sich nach und nach tatsächlich immer besser versteht. Jeder passt sich in seinem Kommunikationsverhalten und seinem Verständnis vom Gesagten an den Kommunikationspartner an. So ist das in den meisten Fällen. Manchmal jedoch lassen die einmal gefassten Vorurteile uns einfach weghören und gar nicht mehr wirklich auf das Gesagte achten. Dann versagt auf Dauer jeder Kommunikationsversuch.

Kann man gute Kommunikation denn lernen?

Nun haben Theoretiker und Praktiker viele Methoden und Modelle entwickelt, die die Kommunikation verbessern sollen. Unendlich viele Handbücher und Kurse sind entwickelt worden, mit denen man „richtig kommunizieren“ lernen soll. Gerade Führungskräfte nehmen häufig an Kommunikations-Workshops teil, um ihren ganz persönlichen Stil zu verbessern. Das kann auch klappen, denn mit einem guten Trainer kann man erstaunliche Lern-Erfahrungen machen, die als Ergebnis mehr Verständnis und klarere Botschaften für die Mitarbeiter nach sich ziehen. Doch kann zu viel Training und Ausbildung auch nach hinten losgehen. Wenn man sich krampfhaft bemüht, perfekt nach allen Regeln zu kommunizieren, verliert man vielleicht den wichtigsten Aspekt für gute Kommunikation aus den Augen. Das ist nämlich die eigene Authentizität, die Stimmigkeit, mit der man das Gesagte meint und auch in seiner ganzen Körpersprache und Körperhaltung mit ausdrückt. Denn das Gegenüber nimmt mit all seinen Sinnen in den meisten Fällen wohl trotzdem wahr, wie „echt“ eine Botschaft sich anhört und gleichzeitig anfühlt. Auch wenn dieses Gegenüber daraus seine ganz eigene Interpretation ableitet, was denn die Botschaft wohl zu bedeuten hat.

Und was bedeutet dies alles für die gute Kommunikation in der Zeitarbeit?

Aus den oberen beiden Absätzen lassen sich ein paar Regeln ableiten, die Sie bei Ihren neuen Aufgaben und in Ihrem neuen Umfeld unterstützen können. Je nach Ihrem Einsatzgebiet und der Art Ihrer Tätigkeit werden Sie mehr oder weniger zu kommunizieren haben. Sie sind neu und müssen sich zunächst einmal zurechtfinden. Das bedeutet natürlich, dass Sie anfänglich viele Fragen haben werden. Aber auch für die anderen Kollegen sind Sie der Neue. Sie werden sich einige Male vorstellen müssen, man wird Sie dieses und jenes fragen. Das ist völlig normal, denn auch Ihre neue Umgebung will natürlich erst einmal wissen, wie man Sie einschätzen soll. Diese ersten Tage sind wichtig, denn aus dem ersten Bild, das man sich von Ihnen macht, diesen ersten Vorurteilen, entwickeln sich die weiteren Beziehungen. Je besser sich diese Beziehungen entwickeln, desto mehr Freude werden Sie an Ihrer Tätigkeit haben und desto besser werden Ihre Arbeitsergebnisse sein.

Am Anfang ist jeder unsicher

Das gilt für Sie natürlich auch, und jeder weiß das. Aber auch die Kollegen sind sich nicht sicher, mit wem sie es zu tun haben, wenn sie sich das auch nicht anmerken lassen. Sie können nicht nicht kommunizieren, erinnern Sie sich? Auch wenn Sie schweigen, wird man das so oder so interpretieren. Bestimmen Sie lieber mit, wie Ihr erster Eindruck entsteht und legen Sie sich eine kurze und freundliche Vorstellung Ihrer selbst zurecht. Das können Sie gern daheim üben, denn aus dieser ersten Vorstellung entsteht das erste Bild, das man sich über Sie macht. Dazu gehört auf jeden Fall Ihr Name und ggf. auch was Sie gelernt haben oder Ihr Beruf. Ein bis zwei kurze Sätze sind genug. Positiv wirkt sich immer aus, wenn Sie das Gesagte mit einer öffnenden Aussage oder einer Frage beenden. „Ich bin schon sehr gespannt“ oder „Jetzt will ich die Aufgaben hier erst einmal richtig kennenlernen“ sind solche öffnenden Aussagen. Passende Fragen richten sich zum Beispiel auf die Tätigkeit des Anderen.

Die Art und Weise, wie es gesagt wird

Es ist völlig klar und eigentlich trivial, aber dennoch muss es gesagt werden. Die Art und Weise, wie Sie sprechen, erzeugt einen wichtigen Eindruck von Ihnen. „Der Ton macht die Musik“ ist das alte aber treffende Sprichwort dazu. Jeder Mensch hat seine ganz eigene Art neutral aber grundsätzlich freundlich zu reden. Bleiben Sie einfach bei Ihrer eigenen Art. Aufgesetzte Fröhlichkeit oder diese Art bemühter Optimismus, den manche Mitmenschen versprühen, fällt nur auf. Die Kollegen kriegen es mehr oder weniger bewusst mit, dass Sie sich verstellen. All die gute Absicht, die Sie damit haben mögen, verpufft oder wirkt sich negativ aus.

Die Umstände und Bedingungen

Auch wenn man aufgeregt oder unsicher ist, kann und sollte man die Umstände im Blick behalten. Überhaupt gehört es zu jeder neuen Aufgabe und zu allen neuen Umständen dazu, dass man erstmal beobachtet und die Umstände auf sich wirken lässt. Ganz übertrieben ausgedrückt, ist es einfach unpassend, dem neuen Vorgesetzten auf die Schulter zu schlagen und zu sagen „Na Kumpel, wie geht´s Dir denn heute?“ Das macht natürlich auch niemand. Dennoch gibt es in jeder Gruppe, Abteilung oder Firma eigene und meist unausgesprochene Regeln, wie sich alle miteinander verhalten. Je eher Sie diese Regeln kennen, desto leichter wird Ihnen und den Kollegen der Umgang miteinander fallen. Dabei spielt die Art der Regeln überhaupt keine Rolle, die sind einfach so. Gehen Sie die ersten Tage mit ein paar inneren Leitfragen durch den Betrieb, und Sie werden eine Menge lernen.

  • Wie kommunizieren die Menschen hier miteinander?
  • Wie sprechen die Führungskräfte mit den Mitarbeitern und umgekehrt?
  • Über was lachen die Menschen hier?
  • Wie ist der Umgang, wenn einmal etwas nicht funktioniert oder ein Fehler passiert?
  • Über was wird nicht gesprochen?

Aus den Antworten auf diese Fragen erkennen Sie die Arbeitskultur der Firma. Wenn Sie diese Kultur auch nur ein wenig bewusst wahrgenommen haben, sind Sie schon sehr weit gekommen. Man kann diese Regeln aber nur erkennen, wenn man sie nicht allzu sehr bewertet. Nicht nur jeder Mensch, auch jede Firma hat ihre ganz eigene Herkunft, Kultur und ganz eigenen Gewohnheiten.

Das Bild entwickelt sich und wird feiner abgestimmt

Es ist schon erstaunlich, wie viele Zusammenhänge erst nach einer Weile verständlich werden. Zunächst erlebt man auch in der Kommunikation meist nur Bruchstücke eines Ganzen. Hier ist es entscheidend, wie offen Sie bleiben können. Das gilt für den Umgang mit Ihren Kollegen, Führungskräften aber genauso natürlich auch mit Ihrer ganzen Tätigkeit. Machen Sie sich einfach bewusst, dass alle Urteile und Bewertungen, die Sie in den ersten Tagen und Wochen treffen, tatsächlich Vorurteile sind. Wenn Sie sich das merken und mit dieser Einstellung arbeiten und kommunizieren, haben Sie die wichtigste Regel verinnerlicht. Damit haben Sie die besten Chancen sich schnell und erfolgreich zu entwickeln. Doch geht das nicht automatisch, sondern jeder muss sich das jeden Tag bewusst vornehmen, sozusagen planen.

Perfekt nach allen Regeln kommunizieren

Das klappt eh nicht. Das funktioniert für niemanden. Je besser man sich nach allen Regeln der Kommunikation verhält, desto mehr muss man sich verbiegen. Dann mag man es zwar schaffen, jederzeit und überall einen guten Eindruck zu machen, nur ist man eben nicht mehr man selbst. Damit fühlt sich auf Dauer niemand wohl. Echte Spontanität gehört zur Lebensfreude. Jeder Mensch hat seine ganz eigene Herkunft, Kultur und seine ganz eigenen Gewohnheiten. Das gilt auch für Sie.

Viel Erfolg bei Ihren neuen Aufgaben in der Zeitarbeit.

Kontakt

Standort München (Zentrale)

hkw GmbH
Elisenstraße 3
80335 München

Büro-Öffnungszeiten:
Mo-Do: 08.00 – 17.00 Uhr
Fr: 08.00 – 16.00 Uhr

Telefon: 0800 – 24 23 500
Telefax: +49 89 24 23 50 60
E-Mail: info@hkw.jobs
Internet: www.hkw.jobs

Suche Mitarbeiter

Suche neuen Job