Die Zeitarbeit in Zeiten wirtschaftlicher Volatilität

Wer als Arbeitgeber oder Arbeitnehmer die Zeitarbeit und ihre Möglichkeiten für sich nutzt, gewinnt damit an Flexibilität. Arbeitgeber, die als Kundenunternehmen bei den Personaldienstleistern zeitweilig eingesetzte Arbeitskräfte finden, können damit wirtschaftliche Risiken vermeiden.

Bei nur kurz- oder mittelfristig bestehenden hohen Auftragslagen leisten die Angestellten der Personaldienstleister einen wichtigen Beitrag, um die anstehende Mehrarbeit zu bewältigen. Die Arbeitgeber nutzen mit der Zeitarbeit zwei entscheidende Vorteile. Sie sparen sich zum Einen eine zeit- und kostenaufwendige Personalsuche, die immer auch mit dem Risiko von Fehlbesetzungen behaftet ist. Zum Anderen besteht immer die Möglichkeit eines Auftragseinbruchs nach der z.B. projektbezogen hohen Auftragslage. Eine zu hohe Besetzung im Stammpersonal bedeutet dann ein wirtschaftliches Risiko, das das gesamte Unternehmen betreffen kann, – zumindest im mittelständischen Bereich. Ein Teil der Arbeitnehmer in der Zeitarbeit sieht diese Arbeitsform zwar immer noch als “Lückenbüßer” zur Vermeidung von Arbeitslosigkeit. Wie Umfragen aber deutlich zeigen, nutzen bereits rund die Hälfte der Arbeitnehmer die Zeitarbeit unter dem Gesichtspunkt der Flexibilität. Diese bezieht sich auf gestiegene Ansprüche in der Work-Life-Balance ebenso wie auf den schnellen und risikolosen Überblick über verschiedene Arbeitsmethoden und Arbeitsbedingungen in einer gesamten Branche. Solche Kenntnisse werden benötigt, um später ganz gezielt eine eigene Karriere zu befördern.

Das eben skizzierte Bild verschiebt sich jedoch in Zeiten wirtschaftlicher Schwankungen. Derzeit sehen sich Arbeitgeber wie Arbeitnehmer mit immer wieder reduzierten Wachstumsaussichten konfrontiert, die sich natürlich auf das Einstellungsverhalten von Arbeitgebern wie auch die Jobsituation von Arbeitnehmern auswirken. Anders als in früheren Jahrzehnten kommt allerdings der Fachkräftemangel auch weiterhin zum Tragen und verändert das Bild in Richtung höherer Komplexität. So galten die Beschäftigungszahlen in der Arbeitnehmerüberlassung immer auch als wichtiges Barometer für die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in einer möglicherweise zu erwartenden Krise. Je weniger Aufträge für die Zeitarbeit desto schlechter die Auftragslage in den Unternehmen galt als Schlüsselprinzip.

Doch so einfach ist es nicht mehr. Einerseits verzeichnen große Unternehmen der Zeitarbeit massive Einbrüche bei den Aufträgen, andererseits vermelden kleine und mittelständische Anbieter teilweise sogar ein Wachstum der Zahlen. So verzeichnet Randstad als größter Anbieter einen Rückgang in Deutschland um 14%, während sich andere Personaldienstleister dringend um die Anwerbung weiterer Fachkräfte aus dem Ausland bemühen, um weiterhin mit ihrer großen Nachfrage Schritt zu halten. Die gleiche Uneinheitlichkeit gilt für die Betrachtung der Branchen. In Thüringen sank die Zahl der Mitarbeiter aus der Zeitarbeit in den Branchen Metall und Elektro um 27 und 20%, während im Bereich der Logistik und Pflege ein Zuwachs um 2,2 und 3,4% verzeichnet werden konnte.

Dabei sieht die Arbeitsagentur die stark gesunkenen Zahlen nicht nur in der nachlassenden Konjunktur begründet, sondern meldet einen Anstieg der Festanstellungen von Mitarbeitern aus der Zeitarbeit aufgrund des Fachkräftemangels. Gleichzeitig setzt die Politik deutliche Signale. So hat sich erst vor wenigen Tagen der Ministerpräsident von Sachsen dafür ausgesprochen, dass das Fachkräfteeinwanderungsgesetz auch für Unternehmen der Zeitarbeit geöffnet werden sollte. Es sind gerade die Unternehmen der Zeitarbeit, die die meiste Erfahrung in der Eingliederung ausländischer Arbeitnehmer in den deutschen Arbeitsmarkt haben. Dazu passt die Absicht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales die Gesetzeslage in Deutschland dahingehend zu ändern, dass für nach Deutschland entsandte Arbeitnehmer zukünftig die gleichen Lohnbedingungen wie für ihre deutschen Kollegen gelten sollen. Denn bislang greift in diesen Fällen nur die Mindestlohngesetzgebung.

Für Arbeitgeber und Arbeitnehmer in der Zeitarbeit eröffnen sich weiterhin und unabhängig von der wirtschaftlichen Gesamtwetterlage gute Chancen, dieses Arbeitsmodell zum beiderseitigen Vorteil zu nutzen. Die Unternehmer werden auch zukünftig bestimmte Fachkräfte und vielversprechende Mitarbeiter der Personaldienstleister für ihre Personallücken finden wollen. Die Mitarbeiter der Personaldienstleister können gerade in dieser Zeit mit ihren Einsätzen ihren persönlichen Wert für den Arbeitsmarkt stark steigern. Das gilt ebenso für ungelernte Kräfte wie auch speziell für Facharbeiter. Für die Unternehmen in der Zeitarbeit zeigen sich dagegen deutliche Unterschiede. Die größten Anbieter der Branche zeigen sich naturgemäß anfälliger für die strategische Personalpolitik ihrer Hauptkunden, nämlich den Großunternehmen in der Metall- und Elektrobranche. Dabei sind die kleineren und mittelständischen Personaldienstleister schon durch ihre regional verankerte Präsenz klar im Vorteil. In diesen volatilen Zeiten ist es genau ihre Flexibilität und breite Aufstellung im Markt, die sie schneller und wirksamer reagieren lässt.

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