Änderungen für Zeitarbeitnehmer im Jahr 2021

Die wichtigsten Änderungen hatte es bereits im letzten Jahr gegeben und sie werden sich auch in diesem Jahr fortsetzen. Die mit dem DGB ausgehandelte Erhöhung des Mindestlohns in der Zeitarbeit wird in verschiedenen Phasen realisiert und erreicht zum ersten April 2021 mit 10,45 Euro erstmals Gleichstand zwischen West und Ost, also zwischen den alten und nicht mehr so ganz neuen Bundesländern. Nachdem der gesetzliche Mindestlohn seit dem ersten Januar 2021 auf jetzt 9,50 Euro gestiegen ist, bleibt der Abstand klar und deutlich. Für Menschen mit Tätigkeiten im unteren Lohnbereich ist es auch weiterhin wesentlich vorteilhafter, eine Anstellung in der Zeitarbeit anzunehmen. Das gilt umso mehr, als das aus verschiedenen Branchen immer noch berichtet wird, dass der gesetzliche Mindestlohn mit manchen Praktiken weiterhin unterlaufen wird.

Beim Thema Urlaub ergeben sich ebenfalls Fortschritte für Zeitarbeitnehmer. Hier hängt die Zahl der zustehenden Urlaubstage von der Betriebszugehörigkeit der Mitarbeiter ab. Der Anspruch für Arbeitnehmer aus der Zeitarbeit generell steigt auf 25 Tage bezahlten Urlaub im Jahr an. Bei zwei bzw. drei Jahren Zugehörigkeit sind es 27 Tage, ab dem vierten Jahr stehen 30 Tage bezahlten Urlaubs zur Verfügung. Im zweiten Jahr der Beschäftigung steigt ebenfalls das Weihnachts- und Urlaubsgeld.

Etwas komplizierter stellt sich das Problem des Kinderkrankengeldes dar. Aufgrund der Corona-Krise und der entsprechenden Schul- und Kita-Schließungen sehen sich viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor größere Probleme gestellt. Das betrifft insbesondere die Alleinerziehenden. Die neuen Regelungen zur Entlastung der Arbeitnehmer betreffen auch die Angestellten der Personaldienstleister in der Zeitarbeit. Rückwirkend zum 5.1.2021 erhalten Eltern 20 Tage und Alleinerziehende 40 Tage Kinderkrankengeld für jedes Kind, wenn es aufgrund von Schulschließungen und anderen Einschränkungen zu Hause betreut werden muss.

Dabei hat dieser Anspruch Vorrang vor dem Anspruch auf die Art der Entschädigung, die sich aus dem § 56 Absatz 1a des Infektionsschutzgesetzes ergibt. Dieser sieht Entschädigungszahlungen aus ganz ähnlichen Gründen und zu ähnlichen Bedingungen vor. Bevor solche Entschädigungsleistungen zugestanden werden, muss jedoch das Kinderkrankengeld in voller Höhe ausgeschöpft worden sein. Das bedeutet eine Entlastung des Arbeitsaufwands für die Arbeitgeber in der Zeitarbeit. Anders als beim Kinderkrankengeld muss der Arbeitgeber bei den Leistungen aus dem Infektionsschutzgesetz in Vorleistung treten und sich dann das gezahlte Geld zeitaufwendig erstatten lassen.

Wie wird das Jahr 2021?

Noch ist es früh genug im Jahr, um Prognosen abgeben zu können, andererseits ist die Lage nach wie vor zu unübersichtlich, um tatsächlich schon allzu optimistisch oder pessimistisch in die Zukunft zu schauen. Diese Meinung teilt auch der langjährige Bundesgeschäftsführer des iGZ, Werner Stolz. Nach den Pandemie-bedingten Einbrüchen der Wirtschaft insbesondere auch in der Arbeitnehmerüberlassung sollte man meinen, dass es eigentlich nur aufwärts gehen könnte. Denn obwohl sich in den letzten Monaten vor dem erneuten Lockdown die Zahlen der Beschäftigten wieder leicht erholten, hat die Branche der Zeitarbeit 6,5% ihrer Beschäftigten verloren und 2,7% der Unternehmen mussten trotz der Möglichkeiten des Kurzarbeitergeldes schließen. Das sind allerdings weniger als zunächst befürchtet worden war. Doch die Gründe dafür sieht Scholz nicht nur bei Covid19, sondern vor allem auch bei den strukturbedingten Änderungen in der Beschäftigung vor allem bei den Autobauern, den Zulieferern und der Metall- und Elektroindustrie generell.

Insgesamt hat sich die Branche der Zeitarbeit gut gehalten und auch bewiesen, dass man die Mitarbeiter nach Möglichkeit halten will. Die leicht positiven Trends sind laut Scholz ausbaufähig, wenn sich die Arbeitgeber in der Zeitarbeit auf die neuen Herausforderungen der zunehmenden Digitalisierung und den schnelleren Wechsel der Qualifikationsanforderungen einstellen. Der Fachkräftemangel wird mit Abflauen der Krise wieder zum wichtigsten Thema und zur größten Chance der Personaldienstleister werden. Gerade im Superwahljahr 2021 und dem Ende der Ära Merkel sollte die gesamte Branche der Zeitarbeit selbstbewusst auftreten und ihre entscheidende Rolle als Problemlöser und Brückenbauer durch die flexiblen Beschäftigungsformen laut und deutlich vertreten.

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